Frühjahrskonzert 2019

Frühjahrskonzerte von Stadtkapelle und Musikschul-Jungbläsern mit viel Schwung

Es ist inzwischen ein Meilenstein im Jahreslauf und ein Besuchermagnet ohnegleichen - das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Trostberg, gemeinsam mit Jugendblasorchester, Bläserbande, Bläserklassen und den Ü30-Bläsern der Musikschule. Und wieder einmal hat es sich bewährt, dieses Konzert zweimal anzubieten: Der vollbesetzte Postsaal am Samstag und der sehr gute Konzertbesuch am Sonntag sprachen für sich selbst.

Den Auftakt für das Samstagskonzert gestaltete Jakob Wurm mit seinem Jugendblasorchester und dem ausdrucksstarken „Farandole“ von Georges Bizet, einem Kreistanz aus der Gegend von Arles in Südfrankreich. Christine Falterer begrüßte die Konzertbesucher sozusagen auf dem „Traumschiff“. Da gibt es jetzt einen neuen Kapitän und bei der Stadtkapelle gibt es auch einen neuen Kapitän, sprich Dirigenten. Jakob Wurm ist aber nicht von Bord gegangen, er ist nach wie vor der Leiter der Bläserbande, der Bläserklasse 4, der Ü30-Bläser und des Jugendblasorchesters der Musikschule und mit dieser bietet er als nächstes Schmankerl den mystisch angehauchten Maxglaner Zigeunermarsch von Tobi Reiser dar. Telefonklingeln – ein Anruf mitten im Konzert: Der Schlagzeuger ist kurzerhand aufs Traumschiff abgeworben worden – da hilft nur eins: Wurm muss selbst ans Schlagzeug und beim Stück „Driving Test“ von Luigi di Ghisallo mit Tempo und Dynamik flott den Rhythmus vorgeben. Die Klänge von John Moss‘ „Highland Legend“ entführten anschließend das Publikum in die wilde, karge Schönheit Schottlands. Christine Falterer richtete ihren Dank an Jakob Wurm, “…weil du dafür sorgt, dass der Stadtkapelle der Nachwuchs nicht ausgeht…“ und kündete mit Ed Sheerans „Thinking Out Loud“ die Zugabe des Jugendblasorchesters an. Am Sonntag eröffnete die Bläserbande das Konzert mit „Trumpet Voluntary“ einem Stück von Jeremiah Clark, das bei der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana zur Aufführung kam und dadurch große Popularität erreichte. Es folgte der „Rock For Daddy“ von Peter Alber. Frisch und mit viel Spielfreude präsentierten sich auch die Ü30-Bläser und boten den Marsch „Geistige Reife“ von John Higgins sowie „Hello“ von Adele zum Besten. Schließlich trumpfte noch die Bläserklasse auf mit „Let’s Play“ von Jan de Haan und „Let’s Rock“ von Michael Sweeney und bot eindrucksvoll Kostproben ihres Könnens.

Das Kernprogramm gestaltete bei beiden Konzerten die Stadtkapelle selbst und brachte zum Einstieg mit dem Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ klanggewaltig und doch sehr fein, einen Frühlingsmorgen mit in den Postsaal. Christine Falterer präsentierte mit Sebastian Thiel den neuen „Kapitän“ und Kapellmeister der Stadtkapelle und dankte Rainer Zenz, der als zweiter Dirigent die Stadtkapelle in der Übergangszeit „sicher gesteuert“ und sogar für das Kirchenkonzert in der Schwarzau vorbereitet und geleitet hat. Mit dem Tranquillo-Walzer, einem ruhigen Titel der bekannten Formation „Vierer Blech“ kündete Falterer das nächste Stück an. Die Filmmusik aus „Forrest Gump“ ließ die Stadtkapelle in eine ganz andere Stilrichtung schwenken. Hier konnte sie im Besonderen wieder Vielseitigkeit und Feinsinn beweisen:  Gespür für gefühlvolle, zarte Töne, Dynamik, gepaart mit klanggewaltigen, bewegenden und mitreißenden Passagen. Feinsinnig, punktgenau, mit vollem Körpereinsatz und für das Publikum genussvoll und beeindruckend zugleich, dirigierte Thiel sein großes Blasorchester, wuchs förmlich mit ihm zusammen, gab zielgenau Einsätze, die sofort punktuell und präzise umgesetzt wurden und zu einem wahren Klang- und Konzerterlebnis explodierten. Begeisternd und langanhaltend dankte das Publikum bei jedem Stück für diesen Genuss! „Gonna Fly Now“ von Bill Conti präsentierte Thiel anschließend in einer von ihm selbst arrangierten Version für Bläser. Mit dem „Kaiserin Sissi-Marsch“ lenkte die Stadtkapelle wieder in die traditionelle Richtung, um anschließend mit der lässig-swingigen Darbietung der Filmmusik „Beyond The Sea“ aus Findet Nemo, das Publikum schwärmen zu lassen. Mit den Zugaben „Böhmischer Traum“ und „Radetzky-Marsch“ präsentierte die Stadtkapelle ihren Konzertbesuchern noch zwei beliebte Extra-Schmankerl, bevor sie endlich nach der dritten Zugabe „Wien bleibt Wien“ von ihrem begeisterten und strahlenden Publikum entlassen wurde.

Trostbergs 1. Bürgermeister Karl Schleid freute sich im Rahmen des Konzertes die Ehrung von Christian Freutsmiedl für 25 Jahre als aktiver Musiker der Stadtkapelle durchführen zu können und überreichte ihm eine Urkunde des Blasmusikverbandes Ober- und Niederbayern. Schleid sprach seinen persönlichen Dank und seine Anerkennung aus und wünschte Freutsmiedl weiterhin viel Freude mit der Blasmusik. Jakob Wurm und Rainer Zenz erhielten von Vorstandssprecher Manfred Gröbner für ihre Dirigentendienste ein Geschenk. Für den neuen Kapellmeister Sebastian Thiel hatte Gröbner zum Einstand ebenfalls ein Geschenk parat und Christine Falterer bekam für ihre charmante Moderation einen Blumenstrauß überreicht.

Text: Regina Huber


Foto: Erwin Huber

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